Ist der Euro zum scheitern verurteilt? Was kommt auf uns zu?

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Re: Ist der Euro zum scheitern verurteilt? Was kommt auf uns zu?

Beitrag von EestiKurt » 21. August 2013 22:03

Na ich meinte es eher... Es ist immer leicht mit Fingern auf die Regierung zu zeigen.

Dabei macht Merkel das nicht schlecht. Sie hat einmal einen Fehler gemacht: in der Griechenland-Krise hat sie sich mal geäussert.

Und prompt haben die Börsen sonst wie reagiert. Ihre Taktik erstmal alles runterkochen zu lassen, um dann doch etwas zu tun, ist gut.

Ihr wisst ja alle - mittlerweile - was nur Worte heute auslösen. Draghi mit seiner Ankündigung Anleihen aufzukaufen... schwupp Ruhe im Karton. Dabei ist nicht 1 müder Euro geflossen dafür.
Übrigens gibt es die Rating-Agenturen immer noch... wer hätte das denn bitte schön nach der Hysterie gedacht vor gut 1,5 Jahren?? Deshalb war meine Haltung hier auch so ablehnend, ja ignorant.

Und siehe da... wir leben noch. Lettland wird neues Euro-Land... Die Welt ist nicht untergegangen.

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Re: Ist der Euro zum scheitern verurteilt? Was kommt auf uns zu?

Beitrag von EestiKurt » 22. August 2013 00:52

Schaut Euch das an...

http://boerse.ard.de/aktien/goldman-sac ... er100.html

Wenn dann wieder etwas passiert ... oi der Euro.. Aber das ist im Moment die Realität.

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Re: Ist der Euro zum scheitern verurteilt? Was kommt auf uns zu?

Beitrag von vigo » 22. August 2013 11:23

EestiKurt hat geschrieben:... macht Merkel das nicht schlecht.
... wir leben noch. Lettland wird neues Euro-Land... Die Welt ist nicht untergegangen.
hallo,
lass ich so stehen, ärgerlich finde ich nur, dass uns die politiker aller couleur für komplette vollidioten halten ... :yes: , wundern sich dann, wenn der "volkszorn" in welcher art auch immer hochkocht,
und halten uns sofort für noch größere vollidioten,
dass der euro gerettet werden muß, steht doch ausser frage, aber vielleicht sollten sie mir sagen, was mit meinem geld wirklich passiert und vielleicht auch mal ein paar banken auf die finger klopfen... schließlich kommt das geld nur zu denen, die normalen leute erhalten davon ja nichts, zahlen halt nur
grüße

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Re: Ist der Euro zum scheitern verurteilt? Was kommt auf uns zu?

Beitrag von EestiKurt » 22. August 2013 16:10

Nein, sie halten UNS nicht für Vollidioten. Das glaube ich nicht.
Sie können nur nichts "sagen". Weil wenn sie tatsächlich ausbreiten würden, was Sache ist, würden sie den Markt direkt negativ beeinflussen.
Es kommt dumm rüber. Das stimmt.
Ein weiteres Phänomen dieser Tage ist:
Schau einmal eine "Skandal"-Meldung in der Tagesschau an. Auf deren Seite. Und dann in die Kommentare.

Da meinst Du, die Welt geht unter. Da wird aber vom Leder gezogen. Übrigens: egal, was ist. Machen sie was, ist es falsch. Machen sie nichts, ist es auch falsch.

Sei einmal anderer Meinung, oder halte zur Kanzlerin öffentlich, da kannst Du Dir aber was anhören. Da wird dann nicht mehr respektiert, dass es Deine Meinung ist. Da wirst Du persönlich als dumm dargestellt, da solltest Du mal lesen, worüber Dur redest, etc etc etc.
Und das kommt nicht von den hellsten Köpfen....

Vor einigen Tagen habe ich mal einen Rechtschreibfehler korrigiert bei der Meldung über argentinischen Fleischkonsum. Stand Aasado da und Asado musste es sein. Die Tagesschau hat sich bedankt mit "Danke". Da kamen dann die Veganer und Vegetarien und zogen vom Leder, was das Zeug hält. Und die glauben den Mist, den sie zum Teil erzählen selber....

Hat jetzt nicht direkt mit dem Euro zu tun, ist aber ein Zeichen, wie zurzeit JEDE Diskussion läuft. Wirklich JEDE. Sie machen anders Denkende fertig. Seitenweise.

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Re: Ist der Euro zum scheitern verurteilt? Was kommt auf uns zu?

Beitrag von cpm56 » 22. August 2013 17:44

Tja, ein großes Problem unserer heutigen Zeit ist, das sich dumme Leute jederzeit und zu Allem äußern dürfen und es auch tun!
Besser wäre es, wie es Dieter Nuhr vorgeschlagen hat: "Wenn man von irgendwas absolut keine Ahnung hat, einfach mal F***se (oder Mund) halten!" :D

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Re: Ist der Euro zum scheitern verurteilt? Was kommt auf uns zu?

Beitrag von Mayo » 5. Juli 2015 08:36

Hallo,

heute steht der Euro an seinem Scheideweg.

Und egal wie es ausgeht. Eigentlich ist ein Ja oder ein Nein nur mit Nachteilen verbunden.

Ein Ja bedeutet, wir machen weiter wie bisher: --> Was, wie von vielen schon vorhergesagt, der falsche Weg ist.

Ein Nein bedeutet, wir machen weiter wie bisher, da wir die Griechen nicht in den Abgrund schicken können.

Egal wie es ist, es wird mehr als Zeit, dass der Euro und das ganze europäische Wirtschaftssystem mal einer gründlichen Kontrolle unterzogen wird.

Wer gern etwas abseits des Mainstream lesen möchte:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten ... echenland/

Das Thema Bargeldverbot hat es ja glücklicherweise schon in die "normale" Presse geschafft.

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Beitrag von erzeuro » 5. Juli 2015 10:36

Ob der Euro tatsächlich am Scheideweg steht oder nicht, da lässt sich trefflich streiten. Sogenannte "Experten" diesseits und jenseits des Mainstreams sind sich so uneins wie wir hier in diesem Forum.

Für mich überwiegen immer noch die positiven Seiten des Euro. Europa ist gezwungen, sich um einander zu kümmern. Das kann auch schmerzlich sein, keine Frage. Aber die Chance, dass es langfristig Früchte trägt, erscheint zumindest mir erstrebenswerter als ein Rückfall in totale nationale Strukturen.

Und, wesentlichere Bedrohungsszenarien kommen aus meiner Sicht woanders her: IS, Konfrontation mit Russland, amerikanische Bevormundung, drohende chinesische Weltherrschaft etc. Diese Dinge zeigen doch, das Europa für uns in Deutschland enorme Bedeutung hat.

Und da gehört meiner Meinung nach die Gemeinschaftswährung als wichtiges Instrument dazu. Das ausnahmslos fast alle Staaten Schulden haben, dafür ist nicht der Euro verantwortlich. Das begann alles schon in den 60iger Jahren...

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Re:

Beitrag von Harry56 » 5. Juli 2015 11:40

erzeuro hat geschrieben:Ob der Euro tatsächlich am Scheideweg steht oder nicht, da lässt sich trefflich streiten. Sogenannte "Experten" diesseits und jenseits des Mainstreams sind sich so uneins wie wir hier in diesem Forum.

Für mich überwiegen immer noch die positiven Seiten des Euro. Europa ist gezwungen, sich um einander zu kümmern. Das kann auch schmerzlich sein, keine Frage. Aber die Chance, dass es langfristig Früchte trägt, erscheint zumindest mir erstrebenswerter als ein Rückfall in totale nationale Strukturen.

Und, wesentlichere Bedrohungsszenarien kommen aus meiner Sicht woanders her: IS, Konfrontation mit Russland, amerikanische Bevormundung, drohende chinesische Weltherrschaft etc. Diese Dinge zeigen doch, das Europa für uns in Deutschland enorme Bedeutung hat.

Und da gehört meiner Meinung nach die Gemeinschaftswährung als wichtiges Instrument dazu. Das ausnahmslos fast alle Staaten Schulden haben, dafür ist nicht der Euro verantwortlich. Das begann alles schon in den 60iger Jahren...
Ganz meiner Meinung! Vielen Dank für den Beitrag!

Es gibt Kräfte auf russischer, aber auch bei diversen ideologischen Strömungen innnerhalb der EU (Ukip, Le Pen, AfD, Podemos etc.) und auch auf amerikanischer Seite, welche ein auseinanderbrechen der EU nur zu gerne sehen möchte. Darin sehe ich eine große Gefahr.
In Russland gibt es viele bezahlte Personen, welche sich in Foren einloggen und mit massenhaften prorussischen Meinungen aufwarten, Le Pen und andere populistische Parteien wurden mit Krediten ausgestattet. Ja, selbst zu den Wahlen auf der Krim waren Wahlbeobachter von Le Pen und andre vor Ort. Dies mit dem Ziel die öffentliche Meinung in der EU zu beeinflussen.

Innerhalb der EU ist eigentlich eine Reform hin zur Stärkung von internationalen Kontrollen über die Umsetzung von Reformen notwendig. Solange aber nationale Parlamente wie z.B. dem in Griechenland die Regeln nicht einhalten können und wollen wird das nicht funktionieren.

Leider war die bisherige Politik, wobei die EU von Deutschland und Frankreich dominiert wird, in der Hauptsache darauf ausgelegt die Banken zu retten. Durch eine rigorose Sparpolitik wurde dann die Wirtschaft abgewürgt.
Das konnte in Griechenland nicht funktionieren, aus diesem Grund wurde eine populistische Links Regierung gewählt, welche dann auch noch mit einer populistischen Rechten Partei ein Koalition bildete.

Ich habe leider keine Glaskugel um zu sehen wie es weitergeht. Ich denke aber jede Krise ist zu gleich eine Chance auf Verbesserung.

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Re: Ist der Euro zum scheitern verurteilt? Was kommt auf uns zu?

Beitrag von Doppeltaler » 5. Juli 2015 12:34

Ich bin auch absolut für die EU. Aber mir geht zum Beispiel diese ganze Reglementierung im Allgemeinen etwas zu weit. Demnächst wird mir noch vorgeschrieben, welches Klopapier ich zu nehmen habe und in welcher Art und Weise ich mein Geschäft verrichten darf.

Sorry, wenns nicht hierher passt, musste aber raus.

Im Übrigen: Nach dem zweiten Weltkrieg gab es für Deutschland einen Schuldenschnitt. Deutschland hätte sonst nie wieder seinen Ars.. an die Wand gekriegt. Und...????

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Re: Ist der Euro zum scheitern verurteilt? Was kommt auf uns zu?

Beitrag von Harry56 » 5. Juli 2015 13:19

Hier geht es zwar um den Euro nicht um EU Normen.

Aber trotzdem:
Im Ingenieurwesen wird vielfach auf eine Norm z.B. DIN EN, EN etc. verwendet.
http://www.eurocode-online.de/de

Um ein Produkt herzustellen ist das absolut notwendig.
Ohne das würde das Bauwesen oder der Anlagenbau nicht funktionieren.
Allerdings gibt es hier immer wieder nationale Regelwerke, welche beachtet werden müssen.

Hier gibt es immer noch viel zu tun.

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Re: Ist der Euro zum scheitern verurteilt? Was kommt auf uns zu?

Beitrag von Mayo » 5. Juli 2015 17:48

Wenn ich sehe und höre, mit welcher Arroganz der griechische Finanzminister erzählt, dass auch bei einem NEIN nach 24 Stunden ein neues Paket steht, und er wahrscheinlich so was von Recht hat, platzt mir der Hut.

Die EU hat sich in die Erpressbarkeit manövriert.
Er weiß genau, kommt kein Geld mehr, gibt es in Griechenland Panik und Unruhen. Das wird die EU nicht zulassen.

Somit bewegt sich nur eines, das Geld der anderen EU Staaten. Ohne das sich in Griechenland auch nur annähernd was gebessert hat.

Leider. ..

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